Debüt.

Die Erzählung Fragezeichen beschreibt die Entwicklung eines Jugendlichen, der in die Oberstufe kommt und nach dem Tod seines Bruder ziemlich allein dasteht. Er kapselt sich von seiner Umwelt ab, ist schüchtern und gehemmt, glaubt, dass er nicht bei Mädchen ankommt und sieht sich als Musterbeispiel eines langweiligen Stubenhockers.
„Nachdenken war vielleicht die einzige Stärke, die er sich zuschrieb“, heißt es im Text. ER (die Hauptfigur trägt keinen Namen) reflektiert über sich, aber auch über den Nationalsozialismus, über den sinn des Lebens oder über Sterbehilfe. ER verliebt sich, doch das Mädchen bringt ihm statt Liebe ‚nur‘ Freundschaft entgegen, was er erst am Ende des Buches zu würdigen lernt. 

Und ER träumt. Träume beginnen und beenden die Erzählung, sie sind ein Strukturelement, das Martin Beyer bewusst einsetzt. Die Träume geben Einblick in das Unterbewusste des Protagonisten. Er muss darin immer wieder gegen einen undurchdringlichen Nebel ankämpfen – Symbol seiner Einsamkeit und der Angst vor dem Leben, vor der Zukunft und anderen Menschen.
Am Schluss hat er seine Lektion gelernt, er geht nach langer Funkstille wieder auf SIE, in die er einst verliebt war, zu und vertreibt mit Hilfe ihrer Freundschaft den Nebel aus seiner Seele.
(Uta Grossmann, Frankfurter Rundschau)

„Ein sehr einfühlsamer Erstlingsroman, der nachvollziehbar die Tücken des Erwachsenwerdens schildert. Von Martin Beyer werden wir sicher noch mehr hören.“
(Silke Wirtz, Zivildienstmagazin)