Workshops für Erwachsene

Erzählen ist meine Welt

Nachdem ich lange an der Akademie Faber-Castell unterrichtet und dort den Studiengang Literarisches Schreiben & Essayistik mit aufbauen durfte, biete ich mittlerweile meine Workshops an wechselnden Orten und mit verschiedenen Partnern an – Anfragen sind immer willkommen. Ein fester Standort ist meine (sehr schöne) Heimatstadt Bamberg, 2026 werde ich aber auch zum Beispiel im Kloster Neustift in Südtirol einen mehrtätigen Workshop zum Schreiben von Kurzgeschichten anbieten oder im Hotel Zur Bleiche im Spreewald (siehe Termine).

Eine Übersicht über meine Angebote finden Sie hier. Vielleicht sehen wir uns hier, dort und anderswo?

 

Workshops für Erwachsene

Weitschreiben

Nach vielen Workshops und Seminaren zum Kreativen Schreiben hat sich der Nutzen von konkreten Übungen, Modellen und Techniken zwar nicht relativiert, immer wichtiger wurde für mich aber der Aspekt, beim Schreiben nicht nur ein Geist, sondern auch ein Körper zu sein. So versuche ich, möglichst viele Ebenen des Kreativ-Seins anzusprechen, zu fragen, zu fühlen, negative Glaubenssätze und Blockaden zu lösen.

Ich möchte mich nicht wiederholen oder Routinen abspulen, daher wechsle ich die Themen und Schwerpunkte meiner Kurse. Die Reise der Held:innen als Erzählmodell oder die Archetypenlehre nach Carl Gustav Jung sind dabei Meilensteine, auf die ich immer wieder zurückgreife und über die ich selbst nicht müde werde nachzudenken.

In Analogie zum close reading habe ich für mich und meine Kurse der Begriff des Weitschreibens gefunden. Sich selbst weit zu schreiben bedeutet, mit allen Sinnen zu schreiben, in Berührung zu kommen mit sich selbst, mit seinen Erfahrungen, Erinnerungen, und Träumen.

In Bamberg starte ich im Herbst 2025 eine kleine Workshop-Reihe in Zusammenarbeit mit NONNE 11, der Kulturplattform der Künstler:innen Nora Kovats und Luca-Alvaro Ellwart. Ein Wochenendkurs ist für das Frühjahr 2026 in Bamberg geplant. Im Herbst 2026 biete ich außerdem einen viertägigen Kurzgeschichten-Workshop in Südtirol an (siehe Termine).

Workshop für Erwachsene

Die Reise der Künstler:in

Für Künstler:innen wird es im Überfluss an Informationen, Daten und Posts immer wichtiger, aber auch immer schwieriger, wahrgenommen zu werden. KI-Modelle erzeugen darüber hinaus einen bisher unbekannten, leider fundamentalen Konkurrenzdruck. Eine Antwort darauf könnte sein, das Selbstbild (Mythos) und die persönliche Reise als Künstler:in ganzheitlich zu analysieren, um danach mit einer klaren und verbindlichen Kommunikation der eigenen Geschichte und Haltung sichtbar und be-greifbar zu werden. Das kann eine Maschine (noch) nicht.  

Mein Ansatz ist hier, sich als Erzählwelt zu entwerfen. Klingt ungewöhnlich? In der Praxis ist es ein spielerischer und konzentrierter Prozess, der das eigene (Kommunikations-)Verhalten, das Angebot, die Narrative und den persönlichen Stil reflektiert. Was ist bereits stimmig, was steht sich noch im Weg? Aus dieser Erzählwelt können dann konkrete Maßnahmen abgeleitet werden bis ins Detail von Social-Media-Strategien oder der eigenen Bühnenpräsenz. 

Diese Methode habe ich im Sachbuch StoryThinking entwickelt, verschiedene Ansätze der Erzählforschung, der Tiefenpsychologie und der Markenentwicklung fließen ein. Ich biete meine Storyversum-Kurse als Ein-Tages-Workshops für Kleinstgruppen und Einzelpersonen auf Anfrage an. Am liebsten persönlich, digital geht es aber auch.

Termine

25./26. April 2026

Kunstmühle im Eckerts/Hotel Nepomuk
Bamberg

Kurszeiten: 9.30 bis 17 Uhr

Max. Teilnehmerzahl: 10

Kursgebühr: 350 EUR (Übernachtung im Hotel möglich, bitte individuell buchen)

 

(Er-)Finde dich selbst

Autobiographisches oder autofiktionales Schreiben? Was ist der Unterschied und was von mir möchte ich überhaupt erzählen? Und welche Freiheiten habe ich dabei, welche Grenzen? An diesem Wochenende erschließen wir uns unser persönliches Erzählreservoir, indem wir uns erst einmal in einem besonderen Verfahren (Storyversum) als Erzählwelt analysieren. Die Ergebnisse dieser kreativen Methode werden die Grundlage sein, um ins Suchen, Finden, Erfinden und Schreiben zu kommen – mit ausreichend Raum für Diskussionen und Reflexionen.

Die Kunstmühle ist ein wunderschöner Seminarraum im Bamberger Mühlenviertel mit Blick auf den Fluss und das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia. So kann auch die unmittelbare Umgebung als Schreibort genutzt werden.        

16. bis 18. Juni 2026

Hotel Zur Bleiche/
Burg im Spreewald

Kurszeiten: N.N.

Max. Teilnehmerzahl: 12

Kursgebühr: N.N. als Komplettpaket inklusive Übernachtung, Verpflegung, Sport- und Wellnessangebot

Helden schreiben – Wie erzählen wir die Abenteuer von heute?

Was ist los mit den Helden? Brauchen wir sie überhaupt noch? Rollen verändern sich stetig, die Fragen nach Mut, Stärke, Maskulinität und Feminität stellen sich immer wieder neu. Doch in Filmen, Romanen und Serien wird häufig auf eine ganz bestimmte Art eine Heldenreise erzählt: Jemand zieht (allein) aus, um die inneren oder äußeren Dämonen zu besiegen und als reifere Persönlichkeit zurückzukehren. Dieses Muster zu (er)kennen, ist wertvoll, aber es geht auch anders. Harry Potter kann Lord Voldemort nicht allein besiegen, ein Mann kann eine Heldin sein und eine Frau ein Held. Es gibt Heldengeschichten, die von Kooperation und Freundschaft erzählen oder Geschlechterklischees aufwirbeln.

In diesem Schreibworkshop werden wir zusammen moderne Heldenfiguren entwerfen und uns packende Abenteuer für sie überlegen. Wir diskutieren Ideen von Carl Gustav Jung, Joseph Campbell und Gail Carriger und überlegen uns, was die Superheldenkräfte von heute sind.

Das Hotel Zur Bleiche ist eigentlich kein Hotel. Es ist ein Möglichkeitsraum mit einem eigenen Zeitgefühl, im Einklang mit den Jahreszeiten, dem Wasser. Im Hotel sind wir umgeben von Kunst, Büchern (es gibt eine eigene Buchhandlung!), Düften, dem Zirpen der Hausgrillen.

7. bis 10. Oktober 2026

Kloster Neustift
Vahrn | Varna | Italien

Kurszeiten: 9.30 bis 17 Uhr

Max. Teilnehmerzahl: 12

Kursgebühr 400 EUR zzgl. Übernachtung im Kloster (39 bis 52 EUR pro Nacht)

Die Kunst der Kurzgeschichte

Wenige Zeilen formen eine ganze Welt: Eine Kurzgeschichte verdichtet ein Erlebnis, einen Übergang, einen Konflikt. In diesem Workshop lernen wir die Tradition der Short Story kennen und schreiben selbst.
Bei einem literarischen Spaziergang auf dem Klostergelände hören wir Beispiele etwa von Zadie Smith oder George Saunders. Mit visuellen und klanglichen Impulsen finden wir erste Ideen und Entwürfe für eine eigene Geschichte. Zu Beginn schreiben wir von Hand und nutzen zusätzliche Hilfsmittel wie Farben, Lupen und Muster.

Das Kloster mit seiner wunderschönen Umgebung lässt uns aus der Zeit fallen und auf den Augenblick konzentrieren. Wir finden einen anderen, eigenen Rhythmus und genießen die Stille.

 

Kreatives Schreiben für Kinder

Die Welt #poetisieren

Ich bin gerne und viel unterwegs, um Kinder und Jugendlichen die Freude an der Sprache und am kreativen Schreiben zu vermitteln. Für das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst bin ich Teil der Lautschriften-Workshops, für die Roland-Berger-Stiftung habe ich Kurse für das Deutschlandstipendium angeboten.

Ein Schwerpunkt und mein Liebling ist die Märchenakademie – hier werden die Schüler:innen spielerisch zu Märchenexpert:innen ausgebildet und schreiben selbst eigene Märchen-Texte.

Im Format #poesie geht es darum, moderne lyrische Formen kennenzulernen und selbst auszuprobieren.

Ich freue mich auf Anfragen! 

 

Workshop für Kinder

Sprachspiele

3. bis 5. Klasse 

Märchenakademie 

Interaktive Lesung aus dem Märchenbuch Titus und der verwunschene Wald | gemeinsames Performen eines Märchenraps | kreatives Schreiben

Schreck und Schauder: Die verwunschenen Wälder rund um die Märchenakademie in Grimmelsbergen bergen viele Geheimnisse. Titus Haselschein, Schüler dieser Märchenakademie, ist nicht gerade begeistert, als er in seinem dritten Lehrjahr ausziehen muss, um in den Wäldern viele spannende Abenteuer zu erleben. Und benotet werden seine Erlebnisse auch noch! Gut, dass er mit der Elfe Rabea Wintergrün eine Verbündete findet, allerdings eine ziemlich freche und streitlustige. Gemeinsam ziehen sie los und treffen auf viele bekannte Märchenfiguren. Warum hat Rapunzel kurze Haare? Ist der Böse Wolf vielleicht gar nicht mehr böse? Und was führt eigentlich das Rumpelstilzchen schon wieder im Schilde? Für Titus und Rabea beginnt eine aufregende Reise, nach der nichts mehr so ist, wie es vorher war.

Mit der Märchenakademie tauchen Kinder der 3. bis 5. Jahrgangsstufe in eine fantastische Märchenwelt ein und werden mithilfe von fach- und medienübergreifenden Lernkonzepten zu Märchenexpert:innen ausgebildet. Erzählerisch gerahmt wird die Märchenakademie durch das Kinderbuch Titus und der verwunschene Wald. Die Identifikationsfiguren Titus Haselschein und Rabea Wintergrün spielen in allen Lernformen eine Rolle.
Inhalte Workshop zum Beispiel:
– Einführung in die Geschichtenwelt der Märchenakademie (kurze Lesung aus Titus und der verwunschene Wald)
– Einblick in das Unterrichtsfach Spannung & Gänsehaut anhand eines Grimms-Märchens
– Einstudieren des Raps Spannung & Gänsehaut und Aufnahme des Raps (MP3 wird zur Verfügung gestellt)
– Kreatives Schreiben: Verfassen eines eigenen Märchens und ggf. Zusammenfassung der Texte in einem selbstgebastelten Märchenbuch

Mittelstufe/Oberstufe

Das Weltende schreiben

Reflektieren der eigenen Zukunft | Schreibimpulse: Gemälde, Film, Gedichte | evtl. Sammlung der Texte als selbstgestaltetes Buch | Anknüpfen an die klassische Moderne

Wie nahe sind wir eigentlich unserem eigenen Untergang? Das Weltende ist nicht nur ein wichtiger kunstgeschichtlicher Topos, sondern eine Frage, die angesichts von Klimawandel und Artensterben nicht dringender sein könnte. Wie sehen die Schülerinnen ihre eigene Zukunft, welche Aspekte beschäftigen sie, welche Hoffnungen und Ängste tragen sie mit und in sich? Sehen sie alles schwarz oder, mit Peter Fox gesprochen, die Zukunft pink?

Der Workshop ist auch mit einer Lesung aus dem Roman Alle Wasser laufen ins Meer kombinierbar, in dem aus den Augen des Dichters Georg Trakl und seiner Schwester Grete die Epoche des Expressionismus lebendig wird.

Oberstufe

#poesie

Gegenwartslyrik kennenlernen und eigenes Erleben #poetisieren

Viele Schülerinnen und Schüler können sich nicht vorstellen, dass ein Mensch des Barocks, der Klassik, der Romantik ähnlich oder gar Ähnliches gedacht und literarisch zum Ausdruck bringen wollte wie ein Mensch heute. Genau dieses Bindeglied möchte #poesie schaffen. Das Projekt baut Wortbrücken, indem es Gedichte und Songtexte aus der unmittelbaren Gegenwart vorstellt und durch Hashtags in Bezug setzt zu den großen Themen und Traditionen der Lyrikgeschichte. 

Das assoziative Spiel mündet in einen kreativen Prozess: Die Schülerinnen und Schüler schreiben Texte, die einerseits ihre unmittelbare Lebenswirklichkeit spiegeln, sich andererseits bewusst mit Themen und Traditionen der Lyrikgeschichte auseinandersetzen. Die Welt muss #poetisiert werden.

Der Workshop basiert auf der Lyrik-Anthologie #poesie, herausgegeben von Nora Gomringer und mir, erschienen bei Roland & Quist.