StoryThinking

Haben Sie sich Ihr Unternehmen schon einmal als Erzählwelt vorgestellt?

StoryThinking stellt eine umfassende Strategie vor, ein Projekt oder eine Organisation als eigene Erzählwelt zu begreifen. Aus dieser Schatztruhe kann geschöpft werden, um interne und externe Prozesse und damit sowohl die Zusammenarbeit als auch die Außenwirkung zu verbessern. Eine konzise und unterhaltsame Betriebsanleitung zur Umsetzung von StoryThinking und zur Erfindung fesselnder Stories in Unternehmen.

 

Mehr als nur ein Werkzeug: StoryThinking

Das Geschichtenerzählen ist das älteste Soft Skill der Menschheit. In allen Zeiten und Kulturkreisen sind wir heimisch geworden auf dieser Welt, indem wir Geschichten erzählt haben, über Generationen hinweg. Wie ist die Welt entstanden? Wo ist unser Platz zwischen Himmel und Erde? Was ist gutes Handeln und was ist schlechtes Handeln?
Erzählungen bieten Orientierung, stiften Identität und schaffen Vertrauen; wir lernen andere Menschen über persönliche Erzählungen kennen und manchmal lieben; wir spielen besser Fußball oder Handball, wenn wir Teil eines Sommer- oder Wintermärchens sind; und wir arbeiten erfolgreicher, wenn unser Team nicht nur von außen vorgegebene Ziele und Zahlen zu erfüllen hat, sondern Teil einer Reise, eines großen Abenteuers ist. Die coolsten Freunde in meiner Kindheit waren nicht die mit den teuersten Klamotten, sondern die, die sich eine Taschenlampe unter das Kinn gehalten und nackenhaaraufstellende Gruselgeschichten erzählt haben. Oder die – als wir mit Holzschwertern durch den Wald liefen – eine flammende Rede gehalten haben, warum wir auf jeden Fall den Oberschurken Dr. Schiwago besiegen werden (der Bösewicht hieß immer Dr. Schiwago, auch wenn wir das gleichnamige Buch nie gelesen hatten). Es sind diese selbst erfundenen Geschichten und daneben die unzähligen aus Büchern und Filmen aufgesaugten Stories, die meine Kindheit und Jugend geprägt haben: der Schwarze Müller in Krabat, Bert von den Raccoons, Ebeneezer Scrooge aus der Weihnachtsgeschichte von Dickens.
Wieso geprägt? Diese Geschichten trugen dazu bei, dass ich die Welt als eine bedeutsame kennengelernt habe: Die Erzählungen waren wie Schlupflöcher, das berühmte rabbit hole aus Alice im Wunderland. Wenn ich durch sie hin- durchgschlüpft bin, habe ich einen Blick in andere Länder, in andere Zeiten werfen können, habe mich über Niedertracht geärgert und an Heldenmut er- freut. Ich habe andere Lebenswege kennengelernt, ich habe mich frei gefühlt, denn mit den Geschichten konnte ich der Enge der Kleinstadt entfliehen.

Geschichten lassen ein Gefühl der Resonanz entstehen – ich fühle mich mit der Welt verbunden, mit anderen Menschen, ich empfinde mein Denken und Tun als sinnvoll.

Das Arbeitsbuch

Vahlen | Broschur

257 Seiten | 26,90 Euro

StoryTelling ist das älteste Soft Skill der Menschheit. Ein guter Geschichtenerzähler kann Menschen für eine Sache begeistern und sie führen, kann selbst die komplexesten Sachverhalte begreifbar machen. Bei aller medialen Ablenkung: Menschen lieben Geschichten, denn sie sind es von klein auf gewohnt, mithilfe von Erzählungen Orientierung zu finden.

Martin Beyer geht mit StoryThinking noch weiter. Er stellt ein Mindset und eine Methode vor, ein Projekt oder ein Unternehmen als eigene Erzählwelt zu begreifen. Aus dieser Schatztruhe kann geschöpft werden, um interne und externe Prozesse und damit sowohl die Zusammenarbeit als auch die Außenwirkung zu verbessern.

Das Storyversum bietet intern eine demokratische Basis für die Unternehmenskultur, die nicht vorgegeben, sondern gelebt wird. Es ist eine Kontrollinstanz für gemeinsame Werte, aber auch ein Wissensspeicher. Zudem liefert es Instrumente, um Veränderungen zu gestalten oder Projekte zu evaluieren. Nach außen lassen sich die Geschichten einsetzen, um Kunden oder neue Mitarbeiter zu gewinnen. Sie alle wissen genau, auf welche Reise sie sich begeben werden – und sind nicht nur intellektuell, sondern auch emotional beteiligt.

»Nach einer Einführung in die Grundlagen (Archetypen, Heldenreise) zeigt Beyer, wie Bosse und andere Vordenker die eigene Marke systematisch und fortlaufend mit Leben füllen können. Ein Kernproblem lauert schon hier: Zu oft wird behauptet statt erzählt. Wer überall hinschreibt, wie nachhaltig er agiert, schafft nur eine weitere Worthülse unter vielen. Stattdessen könnte das nachhaltige Engagement lieber in eine griffige Erzählung verpackt werden.«

  • Börsenblatt